Rückgewinnung von grünen Wegeseitenstreifen

Artenschutz: Rückgewinnung von grünen Wegeseitenstreifen

DIE GRÜNEN im Kreistag Minden-Lübbecke haben für den Kreistag am 18.12.2017 einen Antrag zum Artenschutz eingebracht. Ziel ist die Rückgewinnung von grünen, lebendigen Wegeseitenstreifen, Graswegen und Böschungen um die Lebensräume für die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Denn in der von Ackerbau und Viehzucht dominierten Kulturlandschaft sind grasbewachsenen Grenzstreifen zwischen Äckern und Fluren so etwas wie „kleine Oasen der Wüste“, die wir schützen wollen.

Die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und Überdüngung der Felder haben negative Spuren hinterlassen.

„Es ist höchste Zeit zu handeln, denn das Insekten- und Bienensterben nimmt immer weiter zu. Auch die Bestandszahlen der Feldvogelarten wie Lerche, Rebhuhn und Kiebitz gehen immer weiter zurück. Das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten, ist bislang verfehlt. Auch der Kreis Minden-Lübbecke kann seinen Anteil leisten und beispielsweise mit Blühstreifen an seinen eigenen Straßen Lebensraum für Insekten zu schaffen“, betont Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag.

Ungeachtet der Tatsache, dass Teile der Landwirtwirtschaft die Bereitschaft zeigen, an ökologisch ausgerichteten Förderprogrammen wie Vertragsnaturschutz teilzunehmen, nimmt das Artensterben immer mehr zu.

Der ständig wachsende ökonomische Druck auf die Landwirtschaft, führt zur Bearbeitung der Felder mit immer größeren und leistungsfähigeren, schweren Maschinen und in vielen Fällen zu einer allmählichen Überackerung der ausgewiesenen Begleitflächen. Umso wichtiger ist es die Wegeseitenstreifen als Lebensräume für die verschiedenen Tier- und Pflanzenwelten zu erhalten. Damit werden auch Grundlagen für eine Biotopvernetzung beschaffen. So beauftragen die GRÜNEN im Kreistag in ihrem Antrag die Kreisverwaltung ein Konzept zu erstellen, in dem die kreiseigenen Wegeseitenstreifen überprüft werden und bei unbefugter Nutzung für die Natur als Blühstreifen zurückgewonnen werden. Der Kreis hat ca. 330 ha Straßengrundstücke mit straßenbegleitenden Randflächen, die nicht besiegelt sind. Und zu einem großen Teil sind die Wege und Wegeränder im Eigentum der Städte und Gemeinden. Die GRÜNEN appellieren auch an die Städte und Gemeinden, die grünen unbefestigten Wege aus eigenem Interesse und Verantwortungsbewusstsein zu erhalten.

2017-11-14 Antrag Rückgewinnung von grünen Wegeseitenstreifen

 

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