Offene Jugendkulturarbeit und die ehrenamtlichen Kultureinrichtungen werden im Stich gelassen

 

Kreisübergreifende Handlungsfelder der Kulturarbeit können nicht umgesetzt werden. Der Fachausschuss für Kultur, Sport und Tourismus des Kreises Minden-Lübbecke hatte Ende 2019 den Kulturentwicklungsplan einstimmig beschlossen. Aber dabei ist es auch geblieben, denn mit den letzten Haushaltsverhandlungen wurde mit einem Federstrich von SPD und CDU das Geld für die Umsetzung gestrichen.

„Der Schwung des Kulturentwicklungsprozesses wurde ausgebremst und lässt die beteiligten Kulturakteure im Regen stehen“, kritisiert Petra Walter-Bußmann, Fraktionsgeschäftsführerin und sachkundige Bürgerin der GRÜNEN im Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus des Kreises Minden-Lübbecke.

„Der Interkommunale Kulturentwicklungsplan wurde in einem 1 ½ jährigen Planungsprozess mit den Kommunen und vielen Aktiven aus der Kulturarbeit des Kreises Minden-Lübbecke und Herford erarbeitet. Sie haben in vielen Veranstaltungen und einer Onlinebefragung mit Unterstützung des Kulturbüros OWL und den Kreisverwaltungen ihre Ideen und Gedanken für die zukünftige Gestaltung der Kultur mit großem Engagement eingebracht. Die Streichung der Gelder für den Kulturentwicklungsplan ist ein Affront gegenüber den Kulturschaffenden“, sagt Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag Minden-Lübbecke.

„Im letzten Kreiskulturausschuss vor der CORONA-Krise wurde von der Verwaltung signalisiert, man wolle für 2021 Mittel in den Haushalt einstellen. Allerdings folgte kein politischer Beschluss und so bleibt es bei Lippenbekenntnissen. Die Ehrenamtlichen in der Kulturarbeit warten weiterhin auf einen Kümmerer, der die Kulturarbeit zum Beispiel vernetzt. Auch eine Kulturkarte für die Region, einem Verzeichnis für Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstaltungs- und Ausstellungsorten mit Ansprechpartner*innen in den Kultureinrichtungen werden bei dem Tempo noch lange auf der Wunschliste stehen bleiben. Die Umsetzung der Maßnahme muss für 2021 erfolgen und etwas Sichtbares für die Kulturakteure muss passieren, sonst stellt sich bald Frustration bei den Ehrenamtlichen ein. Die Politik darf die Kultur auch bei einer bevorstehenden schweren Haushaltslage aufgrund der Coronakrise nicht aus den Augen verlieren. Viele Künstlerinnen und Künstler oder auch zum Beispiel der Verein für Jugend, Freizeit und Kultur Stemwede e.V. haben sehr kreative Ideen und holen Kultur auf die Online-Bühne. Oft wird alles ohne Gage für die Künstlerinnen und Künstler durchgeführt. Und so verdient die Kulturarbeit in der Coronakrise eine besondere Würdigung und Unterstützung. Sie belebt unsere Wohnzimmer in schwierigen Coronazeiten“, lobt Petra Walter-Bußmann die Kulturschaffenden in Minden-Lübbecke.

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