ICE Trasse

 

Pressemitteilung

 

 

GRÜNE Stellungnahme zu detaillierten Plänen der fünf Streckenvarianten

 

„Wir sind überrascht über die bereits sehr ausführlichen Planungsunterlagen auf der Homepage zur ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Bielefeld“, so Melanie Hövert, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Minden-Lübbecker Kreistag.

Die detaillierten Pläne zu den fünf Streckenvarianten zeigen, welch immenser Aufwand betrieben werden muss, um die willkürliche Fahrzeitvorgabe von 31 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld erfüllen zu können. Selbst die wirtschaftlichste Variante 5, eine Neubaustrecke zwischen Seelze und Brake, besteht aus 18 Tunneln und mehreren über 1 km langen Talbrücken und schlägt mit 4,9 Milliarden € Gesamtkosten zu Buche. Hinzu kommt, dass die geplante Fahrzeitverkürzung nur dann verwirklicht werden kann, wenn die Strecke Bielefeld – Hamm für schätzungsweise weitere 2 Milliarden € ausgebaut wird – dies wird aber nicht mitgeplant. Unter Annahme der üblichen Kostensteigerungen muss man ehrlicherweise mit mindestens 8 Milliarden € Kosten ausgehen.

Die zahlreichen Brücken und Tunnel würden zudem zukünftig den Etat der DB durch hohe Instandhaltungskosten belasten. Dieses Geld stünde für wichtige Ausbau- und Modernisierungsprojekte nicht mehr zur Verfügung.

Für die Region hätten die teuren ICE-Neubaustrecken hingegen kaum einen Nutzen. Die wenigen Züge, die auch zukünftig in Minden halten sollen, wie die Intercitys Berlin – Amsterdam und Dresden – Köln, müssten sich die zweigleisige Bestandsstrecke zwischen Minden und Seelze weiterhin mit Regionalzügen und Güterzügen teilen. Zudem würde die malerische Landschaft in OWL und in Schaumburg trotz vieler Tunnel, die 25% der Strecke ausmachten, massiv zerschnitten. Es ist zudem zu befürchten, dass sowohl die kurzen Tunnel als auch die Eignung für Güterzüge ausufernden Kosten zum Opfer fallen. Anwohnerschutz könnte dann sekundär werden, wenn das Geld doch knapp wird.

Die Varianten 3 und 4, die in Bad Oeynhausen enden, sind weder aus wirtschaftlicher Sicht (Variante 3: 5,5 Milliarden €; Variante 4: 4,5 Milliarden €) noch aus Sicht des Naturschutzes eine Alternative: Sie durchschneiden auf mehr als die Hälfte ihrer Länge Wasserschutz- und Naturschutzgebiete.

Wir drängen darauf, dass die Fahrzeitvorgabe von 31 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld aufgegeben wird und damit der Weg frei wird für ein Konzept, das die Attraktivität des gesamten Bahnnetzes in der ganzen Region zum Ziel hat. Melanie Hövert fasst das Fazit so zusammen: „Wir sind der Auffassung, dass mit einer Alternativplanung, die neben dem viergleisigen Ausbau der Bestandsstrecke zwischen Minden und Seelze auch die Strecken Minden – Nienburg und Löhne – Elze einschließt, das Ziel eines robusten Bahnnetzes erreicht wird, welches kostengünstiger, schneller und ohne massive Eingriffe in die Landschaft erreicht werden kann.“ Der Nutzen dieses ganzheitlichen Bahnnetzausbaus für die gesamte Region liegt dabei auf der Hand: Es entsteht eine nachhaltige Infrastruktur, die sowohl ökonomisch wie auch ökologisch sinnvoll ist.

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