Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Minden-Lübbecke fordert, einen Teil der Fördermittel aus dem Startchancen-Programm für das Leo-Sympher-Berufskolleg zusätzlich zur Verfügung zu stellen, statt sie vollständig mit ohnehin geplanten Baukosten zu verrechnen. Mindestens ein Drittel der bewilligten 867.468,19 Euro soll in Abstimmung mit der Schule für konkrete Verbesserungen der Lernbedingungen eingesetzt werden.
„Das Startchancen-Programm soll Chancen für Schülerinnen und Schüler schaffen – nicht Haushaltslöcher stopfen“, erklärt Jana Sasse, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN. Wenn Fördermittel lediglich Baukosten reduzieren, komme bei den Jugendlichen kein zusätzlicher Nutzen an.
Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern unterstützt gezielt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, Chancengerechtigkeit zu stärken und Lernbedingungen dort nachhaltig zu verbessern, wo Bildungsbiografien besonders stark von sozialen Faktoren geprägt sind. Das Leo-Sympher-Berufskolleg wurde über ein Indexverfahren als Startchancen-Schule ausgewählt – also gerade deshalb, weil hier viele Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf lernen.
Im Rahmen der Investitionssäule des Programms wurde dem Kreis als Schulträger ein Budget von 867.468,19 Euro bewilligt. Gleichzeitig ist der Neubau eines Werkstattgebäudes für das Berufskolleg bereits seit längerem im mittelfristigen Haushalt des Kreises mit rund 38,5 Millionen Euro eingeplant.
Nach Ansicht der Grünen würde eine vollständige Verrechnung der Fördermittel mit dieser bereits beschlossenen Baumaßnahme den eigentlichen Zweck des Programms unterlaufen.
Dabei eröffnet die Investitionssäule ausdrücklich Spielräume für zusätzliche Verbesserungen an Schulen – etwa moderne Werkstattausstattung, digitale Infrastruktur, Differenzierungsräume oder eine weitergehende barrierefreie Gestaltung. Bis zum vorgesehenen Umsetzungsstichtag im Jahr 2029 bestehe ausreichend Zeit, solche zusätzlichen Maßnahmen gemeinsam mit der Schule zu entwickeln und umzusetzen.
Die Grünen fordern daher:
- eine transparente Darstellung der geplanten Verwendung der Fördermittel,
- die verbindliche Einbindung der Schule in die Entscheidung über zusätzliche Maßnahmen,
- sowie die Bereitstellung von mindestens einem Drittel der Fördersumme für zusätzliche Verbesserungen der Lern- und Ausbildungsbedingungen.
„Die Schülerinnen und Schüler am Leo-Sympher-Berufskolleg sollen konkret merken, dass ihre Schule eine Startchancen-Schule ist“, so Sasse.

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