GRÜNE gegen den Radweg am Diekfluss

Die Kreistagsfraktion der GRÜNEN lehnt gemeinsam mit den GRÜNEN der Gemeinde Stemwede eine naturschutzrechtliche Befreiung für den geplanten Radweg entlang des Diekflusses in Stemwede ab. Melanie Hövert und Uta Gesenhues, die Fraktionssprecherinnen im Kreistag und im Rat der Gemeinde Stemwede, schließen sich damit nach gemeinsamen Beratungen der Fraktionen der kritischen Argumentation der Naturschutzverbände des Kreises Minden-Lübbecke an.


Beide Fraktionen sind sich einig: Nur Teile des geplanten Radwegs entsprechen tatsächlich dem Bedarf für den lokalen Verkehr zwischen Niedermehnen, Wehdem und Westrup, und für diese benötigt die Gemeinde keine Befreiung und keinen Radweg parallel zum Diekfluss. Auch für den Ausbau des überregionalen Radwegenetzes ist die Deichkrone des Diekflusses nur wenig geeignet.


Der Diekfluss hat als Fließgewässer bereits jetzt eine ökologische Bedeutung als Rückzugsort und Wanderlinie für seltene Tierarten wie z. B. Fischotter, Rohrsänger, Kranich und Eisvogel. Der vorgeschlagene Radweg an dieser Stelle ist nicht mit den Schutzzielen des Biotopkatasters zu vereinbaren. Der Diekfluss mit seinen aueähnlichen Biotopen würde durch den parallel zum Gewässer verlaufenden Radweg unzulässig verändert. Während des Baus wären die Beeinträchtigungen massiv, und auch nach dem Bau würden seltene Arten durch die Dauernutzung durch Radfahrer stark gestört.


Wichtig ist außerdem, dass der Diekfluss in Zukunft ökologisch stark aufgewertet werden wird, wenn die im Raum stehenden Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen der EU- Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden. Diese gesetzlich vorgeschriebenen Umbaumaßnahmen zu einem naturnahen Fließgewässer können jedoch deutlich besser umgesetzt werden, wenn sich auf der Deichkrone des Diekflusses nicht der geplante Radweg befindet.


Dass der geplante Diek-Radweg im Überschwemmungsgebiet des Diekflusses liegt, ist ein weiterer Ablehnungsgrund. Unterhaltskosten bei Wasserschäden am Deich oder am Radweg würden die Gemeinde unnötig belasten. Auch die Verschmutzung des Gewässers durch einen geschotterten Radweg bei Starkregen und Hochwasserereignissen muss vermieden werden. „Ausdrücklich unterstützen wir GRÜNE im Kreistag den geplanten Lückenschluss des Radwegenetzes zwischen den Orten Niedermehnen, Westrup und Wehdem“, betont Melanie Hövert, Vorsitzende der Kreistagsfraktion der GRÜNEN.


Uta Gesenhues, die Fraktionsvorsitzende der Stemweder GRÜNEN, ergänzt: „Ein Radweg quer zum Verlauf des Großen Diekflusses, der diesen per Brücke überquert, bietet Schulkindern, Anwohnern und Touristen eine sichere Fahrt auf dem Rad abseits der stark befahrenen Landstraßen, ist naturschutzrechtlich unbedenklich und liegt im allgemeinen Interesse.“

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