Nachbesserung bei Konzepten für Mühlenkreiskliniken

Grüne fordern erhebliche Nachbesserung bei den Konzepten für die Mühlenkreiskliniken

Die Grüne Kreistagsfraktion, die Grünen in Lübbecke und Rahden äußern sich in einer gemeinsamen Erklärung zu den Vorstellungen des Vorstandes der Mühlenkreiskliniken über die zukünftige Kliniklandschaft im Mühlenkreis:

Vor gerade mal 4 Jahren ist in Rahden die Portalklinik als zukunftsweisendes Modell eingeweiht worden. Mittels der Telemedizin sollte auch in Rahden hochqualifizierte Medizin geleistet werden. Damals war der Vorstand voll des Lobes für dieses Modell. Dass all das nicht mehr Gültigkeit haben soll, ist für die Grünen nicht akzeptabel.

„Wir können nicht nachvollziehen, wie man in Rahden die Notfallversorgung aber auch die Grundversorgung in der Inneren und Chirurgischen Abteilung schließen will. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Patienten im Nordkreis. Es steht ernsthaft zu befürchten, dass Patienten Schaden nehmen, weil der Notarzt aus Lübbecke zu lange benötigt um beispielsweise bis nach Pr. Ströhen oder Oppenwehe oder Dielingen zu kommen. Hier ist die Fürsorgepflicht für die Menschen in dieser Region angesagt und nicht rein wirtschaftliches Handeln. Und wenn man in Rahden sukzessive Leistungen abbaut, dann darf man sich als Vorstand nicht wundern, wenn die Erlöse und Patientenzahlen zurückgehen. Es entsteht der Eindruck, dass hier bereits gezielt seit geraumer Zeit das Rahdener Haus dezimiert wurde. Die Aussage des Vorstandes, dass in Rahden mit der Einführung einer Psychosomatik der Standort als universitärer Standort aufgewertet werden soll, halten wir für nicht stichhaltig. Die derzeitigen Räumlichkeiten sind für diese Pläne nicht geeignet, und was soll mit den für viel Geld erneuerten Operationssälen geschehen? Wenn angeblich Ärzte und Mitarbeiter nicht nach Rahden kommen möchten, wie kommt man dann auf die Idee, dass ein Professor nichts lieber täte, als sich in Rahden anzusiedeln. Das ist Augenwischerei. Sinnvoller wäre es, wenn der Vorstand zu den Beschäftigten ins Rahdener Haus käme und das Gespräch mit ihnen suchen würde, um sich so über die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter/Innen hautnah zu informieren“, so die Grüne Fraktionssprecherin Cornelia Schmelzer.

Winrich Dodenhöft, Grünes Ratsmitglied aus Rahden äußert sich: „Wir Rahdener haben mit unserer Beteiligung von 1 Millionen Euro gezeigt, dass wir hinter dem Rahdener Krankenhaus stehen und auch bereit sind, uns in erheblichem Maße finanziell zu beteiligen. Das Ärztehaus wurde von uns Rahdenern bewusst in der Nähe des Krankenhauses geplant um Synergieeffekte für beide Seiten zu erzielen. Offensichtlich wird all das vom Vorstand der Mühlenkreiskliniken ignoriert. Wir müssen die Planungen der Mühlenkreiskliniken aus der Presse erfahren, anstatt dass man mit uns das Gespräch gesucht hätte. Gegenseitige Wertschätzung sieht anders aus.“

Siegfried Gutsche, Mitglied des Verwaltungsrates und Lübbecker: „Das vom Vorstand der Mühlenkreiskliniken vorgelegte Konzept muss dringend überarbeitet werden, da es für die Menschen der Region erhebliche Schwachstellen beinhaltet. Wenn in Lübbecke und Bad Oeynhausen die Geburtsstationen und auch die Frauenkliniken geschlossen und alles nach Minden verlagert werden soll, dann entsteht in Minden ein Mammutbetrieb und es stellt sich die Frage: ob die Frauen das wirklich wollen. Schwangerschaft ist keine Krankheit und für die meisten Schwangeren ist es nicht zwingend notwendig, dass eine Kinderklinik gleich nebenan ist. Die Frauen legen Wert auf eine persönliche und fürsorgliche Umgebung in der sie ihre Kinder gebären wollen. Und sie wollen die Geburtsklinik zeitnah erreichen können und nicht erst durch mehr als den halben Kreis fahren müssen. Ebenso halten wir es für wichtig, dass die Urologie in Lübbecke erhalten bleibt. Sie hat einen guten Ruf, leistet hervorragende Arbeit und könnte durchaus als Schwerpunktmedizin für den ganzen Kreis in Lübbecke etabliert werden. Weiterhin könnten wir uns vorstellen, dass in Rahden zusätzlich die Augenklinik des Kreises eingerichtet wird um den Standort Rahden zu stärken. Uns ist durchaus bewusst, dass Krankenhäuser wirtschaftlich handeln müssen und dass dies gelegentlich zu strukturellen Veränderungen führen kann. Aber die Maxime des Handelns muss immer der Mensch und somit die optimale Versorgung der Bevölkerung vor Ort sein.“

Cornelia Schmelzer
Fraktionssprecherin

Statement Krankenhaus

 

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